Oberst Josef Thöne Oberst Josef Thöne
Donnerstag, 16 Juli 2020 20:33

Grußwort von Oberst Josef Thöne

Verehrte Bürgerinnen und Bürger, liebe Schützenbrüder.

In guter alter Tradition würden wir in Bad Lippspringe am dritten Wochenende im Juli unser Schützenfest feiern. Seit 1949, unserer ersten Feier nach dem 2. Weltkrieg, haben wir das ununterbrochen und mit viel Freude getan. Insgesamt 71 Königspaare mit ihrem Hof und den Prinzen haben seitdem unseren Bürgerschützenverein repräsentiert. Niemand von uns konnte sich vorstellen, dass dieses sich einmal ändern könnte.

Selbstverständlich war es für uns Schützen, für die Bürgerinnen und Bürger sowie für unsere Gäste, dass im Juli das „Fest des Jahres“ in unserer Heimatstadt gefeiert wird. Doch unser Leben hat sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie drastisch verändert. So fallen in diesen Wochen landauf, landab auch alle Schützenfeste aus. Uns Schützen und auch mich persönlich stimmt das sehr traurig. Aber gleichzeitig macht sich auch die Einsicht breit, dass es nicht anders geht und wir vernünftig sein müssen.

Brauchtum ist Herzenssache, und die persönliche Begegnung mit den Mitmenschen ist für mich ein Kern des Brauchtums. Da schmerzt es natürlich sehr, wenn man Freunde nicht mehr treffen kann und das Miteinander durch die Corona-Krise und die notwendigen Beschränkungen empfindlich gestört wird.

Das ausgefallene Schützenfest ist sicher keine Kleinigkeit für unseren Verein. Wenn aber der Zusammenhalt unter uns Schützenbrüdern groß ist und die Gemeinschaft eine innere Stärke besitzt, werden wir auch dieses Jahr überstehen.

Die Krise kann vielleicht sogar dazu führen, dass wir uns den Werten „Glaube, Sitte, Heimat“ und der Tradition wieder etwas mehr bewusst werden. Das, was wir in diesen ausgefallenen Schützentagen besonders vermissen, drückt meiner Meinung nach auch unsere Bindung zu diesem Brauchtum aus. Deshalb freuen wir uns umso mehr auf das kommende Jahr – verbunden mit der Erkenntnis, was das wirklich Wichtige an unserem Schützenfest ist. Nicht das Bier an der Theke, sondern das Miteinander und Füreinander.

Unser amtierendes Königspaar Frank und Nadine Täubert, der Hofstaat, die Prinzen und die Prinzessinnen haben sich bereit erklärt, ihre Amtszeit um ein Jahr zu verlängern. Dafür sage ich allen meinen herzlichen Dank.

Sehr schade ist es, dass wir unseren Jubelmajestäten nicht den besonderen Dank in der Öffentlichkeit aussprechen können. So kann der Empfang unseres Bürgermeisters Andreas Bee im Rathaus ebenso wenig stattfinden, wie der große Festumzug durch unsere Badestadt. Deshalb gilt mein Gruß und besonderer Dank der 50-jährigen Jubelmajestät Sigrid Gollub, der 40-jährigen Jubelmajestät Sigrid Fleitmann sowie dem 25-jährigen Jubelpaar Franz Jöring, Ehrenoberst unseres Bürgerschützenvereins, und seiner Königin Birgit Peters.

Meine lieben Schützenbrüder,

durch die ersten Lockerungen in Bezug auf das Kontaktverbot durch das Land Nordrhein-Westfalen ist es uns doch noch möglich, einige Programmpunkte stattfinden zu lassen. Zum einen ist dies unsere Schützenmesse, die wir am Sonntagmorgen von 11 Uhr an in der St. Martinskirche feiern werden. Leider steht hier nur eine eingeschränkte Anzahl an Sitzplätzen zur Verfügung, und die müssen im Vorfeld über das Internet reserviert werden.

Im Anschluss an die Messe wird der Bataillonsvorstand für unsere verstorbenen Schützenbrüder und zum Gedenken an das Ende des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren am Ehrenmal vor dem Rathaus einen Kranz niederlegen. Selbstverständlich auch unter Berücksichtigung der geltenden Auflagen.

Wenn wir Schützen zwar nicht feiern können, aber über die Festtage unsere Häuser sowie Wohnungen mit den Fahnen des Bürgerschützenvereins schmücken und damit Flagge zeigen, dann ist das ein sehr schönes und sichtbares Zeichen. Aber auch ein Signal nach innen, an unser „Wir-Gefühl“. Darum bitte ich euch alle: Zeigt durch das Beflaggen Zusammenhalt mit den Schützenbrüdern – und mit den Einwohnern von Bad Lippspringe.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch bei unseren Gönnern, die uns schon über viele Jahre zur Seite stehen und dies auch in diesen ungewissen Zeiten tun. Unserem Festwirt, der Herforder Brauerei, den Schaustellern, den Imbissbetreibern – die in diesen Monaten eine besonders schwere Zeit durchleben – möchte ich ebenfalls herzlich für die jahrelange Treue zu unserem Fest danken. Ich würde mich ganz besonders freuen, alle im nächsten Jahr wiederzusehen.

Vermissen werden wir am Schützenfestwochenende auch die Musik, die uns bei den Festzügen, dem Zapfenstreich und den Konzerten auf dem Schützenplatz viel Freude bereitet hätte. Dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr, dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr, dem Kolping Musikverein und dem Tambourcorps Etteln möchte ich für die stete Unterstützung ebenfalls ganz herzlich danken.

Damit dennoch ein wenig Schützenfeststimmung aufkommt, werden das Bataillon und die drei Kompanien für alle Schützenbrüder eine „Schützenfesthandtasche 2020“ mit kleinen Überraschungen packen und am Schützenfestsamstag verteilen.

Liebe Schützenbrüder, bitte haltet euch auch weiterhin an die geltenden Corona-Regeln unseres Landes. Nur so wird es gelingen, dass wir die Lebensqualität, die wir seit einigen Wochen Stück für Stück zurückgewonnen haben, nicht wieder verlieren.

Ich grüße Sie mit einem dreifachen Horrido, und in diesen Zeiten ganz besonders wichtig: Bleiben Sie gesund!

Josef Thöne

Oberst

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