1962: Eine Kette für die Prinzen

Fest

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Es ist genau 16.31 Uhr, als Oberst Franz Rudolphi am 8. Juli 1962 den Ehrenschuss abgibt. Es folgen König August Meise, Bürgermeister Heinrich Müller, Stadtdirektor Konrad Finke und Major Dr. med. Gerhard Gursch. Spannend wird es, als das Prinzenschießen beginnt. Josef Niggemeier (Arminius-Kompanie) ist der glückliche Schütze, der um 16.45 Uhr dem Vogel die Krone entreißt. Den Apfel holt um 16.57 Uhr Schützenbruder Werner Buch (Klumpsack-Kompanie). Etwas zäher ist das Ringen um das Zepter, ehe  Paul Schröder junior (Klumpsack-Kompanie) den letzten Schuss setzt. Den  Prinzen wird in diesem Jahr erstmals auch eine Kette verliehen.

Nach einer Schießpause hat Badearzt Dr. med. Gerhard Gursch (Klumpsack-Kompanie) um 18.45 Uhr  die ruhigste Hand und das sicherste Auge. Als Mitregentin auf dem Thron der Lippspringer Schützen wählt der Major die Gattin des Hauptmanns der West-Kompanie Anneliese Meschede.

Als Gerhard I. und Anneliese »Die Leutselige« wird das Paar in der Schützenchronik verewigt. Dr. Gursch lebt und arbeitet seit 25 Jahren in der Kurstadt, seine Königin stammt aus einem uralten Lippspringer Geschlecht. Ihre Mutter Bernhardine Ruhe war 1926 an der Seite von Josef Siering Königin. So gibt es eine glückliche Verbindung zwischen Alt- und Neubürgern bei diesem Königspaar, das sicherlich auch zum Gelingen des großen Volksfestes beitragen wird.

Stadt

Hartmann geht in den Ruhestand

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Am 1. März wird mit dem Bau des »Schulzentrums im Bruch« begonnen. Die Fertigstellung des Rohbaus ist bis zum 1. November befristet.

Die Frauenhilfe Bad Lippspringe feiert am 25. Mai ihren 50. Geburtstag.

Kurdirektor Peter Hartmann geht in den Ruhestand. Als Nachfolger wird am 30. Juni Dr. Günther Lincke, der schon seit 1954 der Kurverwaltung angehört, in sein Amt eingeführt.

Der Rat wählt Stadtdirektor Konrad Finke, seit 1951 im Amt,  für weitere zwölf Jahre.

Karl und Hella Rummeny eröffnen am 13. August das neu erbaute Restaurant »Zur Quelle«. Von 1925 bis 1960 stand auf dem Gelände das erste Kino mit eigenem Saal und leicht abfallender Theaterbestuhlung – die Kurlichstspiele.

Am 4. Dezember wird der neue evangelische  Kindergarten in der Bahnhofsstraße seiner Bestimmung übergeben.

Witterungsbedingt ist das Jahr außergewöhnlich. Infolge der trockenen, schneelosen Kälte erfriert die Wintersaat vollständig. Das Frühjahr und der Sommer sind dagegen total verregnet. Durchschnittlich zeigt das Thermometer nicht mehr als 10 Grad Celsius. Fast den ganzen Sommer müssen die Pensionen und Kurhäuser beheizt werden. Ende September wird das letzte Getreide geerntet. Dem kalten Sommer folgt ein langer schöner Herbst. Zum Jahresende gibt es Schnee bei Minus 18 Grad.

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